Kategorie-Archiv: Allgemein

Live: Der Zusammenbruch einer Zivilisation

Apamea 01

Ein kluger Artikel auf FAZ-online über die wahren Hintergründe des Syrienkonflikts beschreibt, dass es nicht um Menschen geht, weder auf amerikanischer noch auf russischer, chinesischer, ja nicht einmal auf syrischer Seite selbst. Syrien ist strategischer Raum, die Menschen sind denen da oben schnurzpiepegal. Soweit geht die Analyse der FAZ, aber leider nicht weiter.
Die Menschen in Syrien sind lästig, sie stören. Also weg damit. Warum gibt es kein echtes Erbarmen? Das Problem ist hausgemacht, denn der Mensch wäre dort sowieso längst nicht mehr, hätte es keine Schaf-, Ziegen- und Rinderherden gegeben. Syrien ist ein menschenfeindliches Land und zwar schon seit mehreren tausend Jahren, denn Syrien ist eine Steppe an der Schwelle zur Wüste. Nur an wenigen Flussoasen ist Landwirtschaft möglich. Dürren sind auch hier eine stete Bedrohung und die menschengemachte Erosion geht voran. Mehr als Massentierhaltung auf spärlichem Gras geht dort nicht, und diese wurde von Beginn an von Patriarchen betrieben. Die aktuellen Ereignisse zeigen, dass auch das nur eine Episode, ein kurzes Aufbäumen gegen Mutter Natur bleiben kann. Das Land ist dem Untergang geweiht, nicht trotz, sondern wegen des Patriarchats.

In Syrien erleben wir live den selbstverantworteten Zusammenbruch einer patriarchalen Zivilisation, ein Schicksal, das in der Vergangenheit alle patriarchalen Zivilisationen irgendwann geteilt haben. In Syrien gab es vor 6000 Jahren noch lebensfreundliche Gegenden, von denen kulturelle Impulse ausgingen, doch sie waren klimatisch dem Untergang geweiht. Statt dass sich die Bevölkerung auf natürlichem Wege gesund schrumpfte, statt dass die Menschen weniger wurden, wurden sie immer mehr. Mehr als je zuvor, auch trotz der damals schon stattfindenden Migrationen. Wie konnte das passieren? Wo vorher alles allen, der matrilinearen Sippe gehörte, begannen Männer, Brüder die wenigen Haustiere und das Land an sich zu reißen. Und die Tiere wurden immer mehr und es wurden junge Männer gebraucht, Arbeitskräfte, auf die sie sich verlassen konnten, die ihnen ihrerseits die Tiere nicht stahlen und sie auch im Alter nicht im Stich ließen. Aber sie hatten ganz am Anfang keine Söhne, jeder Mann kannte nur seine Mutter und seine Geschwister. Die Patrilinearität, die bis dahin völlig unbekannt war, musste also hergestellt werden. Das war der Beginn des Patriarchats. Und dazu brauchte es Frauen. Aber woher nehmen, wenn nicht stehlen? Und so standen am Beginn des Patriarchats Entführungen und Vergewaltigungen. Die Sexualität der bis dahin freien Frau wurde fortan unterdrückt, denn nur so konnten die Männer ihrer Söhne habhaft zu werden. Nichts anderes erleben wir bis heute, nicht nur mit Boko Haram oder dem sog. IS.

SyrianBoy

Mit dem Patriarchat veränderte sich das Sozialgefüge, bei dem einst die Sorge für Mütter und Kinder (also aller) im Mittelpunkt stand (Matrifokalität), grundlegend und nachhaltig. Die Sorge der patriarchalen Familie dreht sich um das Wohl der männlichen Mitglieder. Frauen helfen sich daher kaum noch gegenseitig, sie sind ja auch nicht mehr blutsverwandt. Sie werden nicht nur für das sexuelle Wohlergehen des Mannes verantwortlich gemacht. Seit Beginn des Patriarchats mussten Frauen Ehemännern im Jahresrhythmus Kinder schenken, die auch erwachsen wurden. Die Ernährung mit Milch und Fleisch machte es möglich. Söhne waren und sind bis heute bevorzugt. Töchter oder Ehefrauen waren und sind zu teuer, die Frauen waren und sind „unwillig“, die Mütter waren und sind überfordert, Frauenhass machte sich breit.

Riesige Viehherden durchstreiften nun mit ihren Pastoren, den Viehhirten, das Land, die Frauen im wahrsten Sinne des Wortes immer im Schlepptau. Die Überweidung durch das Viehnomadentum erreichte jeden Winkel, die Erosion des nahm ihren Lauf. Auf der Suche nach brauchbarem Grasland oder neuen Frauen prallten die Patriarchen immer wieder aneinander, der Krieg, die organisierte Gewalt, war erfunden und endet bis heute nicht. Um Gras und Frauen geht es heute nur noch den Männern auf der Straße. Den Mächten geht es um Rohstoffe, Zugänge und Durchgänge.

Flüchtinge 9999-Michelides

Mehr als ein wenig Viehwirtschaft, Handel und Tourismus lässt sich in Syrien, genau genommen im gesamten Nahen und Mittleren Osten, nicht betreiben. Wo also sollen jetzt all die Menschen hin, die aus den Städten vertrieben werden? Viehherden haben sie schon lange nicht mehr, ihre Geschäfte und Handelswege sind zerbombt, Touristen kommen nicht mehr. Die Menschen sind obdachlos und den Regimes sind sie völlig schnuppe. Das syrische Regime und Putin sind froh, wenn sie endlich alle tot oder vertrieben sind. So dachten schon die Herrscher in der Antike. Mit Sintfluten und Naturkatastrophen befreite sich der assyrische, der hethitische und der abrahamitische Gott, allesamt sog. Wettergötter, von der lästigen und als zu laut empfundenen Bevölkerung, genauso können wir es nachlesen. Dabei hatten sich eben diese Wettergötter vorgenommen, ihre „Schäfchen“ zu stillen. Kriege wurden auf diese Weise legitimiert, allerdings nicht weniger leise. Das Versagen und die Unfähigkeit der Götter und der Herrscher in ihrem Versprechen, wie eine Mutter für die Menschen zu sorgen, macht sich an allen Ecken und Enden bemerkbar.

Wenn alle tot gebombt sind, könnte es sich Assad in seinem Palast gemütlich machen… aber dann werden die Potentaten aus Russland, China oder den USA ihn nicht mehr brauchen und erledigen. Die brauchen nur das pure Land, das sie bequem als strategisches Gebiet zur Eroberung der Welt nutzen wollen. Das Patriarchat in Reinkultur kümmert sich nicht um Menschen, sondern um den Profit. Kümmert es sich ausnahmsweise doch einmal um Menschen, z.B. um Assad oder um alleinerziehende Mütter, dann nicht bedingungslos und schon gar nicht uneigennützig. Aber das Öl wird irgendwann alle sein. Vielleicht versuchen die Scheichs, in Europa einen islamischen Staat aufzubauen, damit sie am Ende des Ölzeitalters hier weitermachen können.

Es wäre klug, den Menschen, die zu uns kommen, auch diese Zusammenhänge zu erklären. Die Weisheit von Mutter Natur wird den patriarchalen Menschen völlig von Mutter Erde verbannen. Die Mächtigen haben längst begonnen, den Menschen auf den Mond zu schießen.

female choice – unser Menschenrecht

Buschleute San

Inhaltsangabe. Ganzer Artikel zum Download (PDF). Es ist die Frau, die wählt. Diese sog. female choice ist das oberste Naturgesetz der Evolution. Sie ist auch das Erfolgsgeheimnis der menschlichen Evolution, unseres Menschseins, denn sie bedingte die Zusammenarbeit beider Geschlechter in der Sippe, in der die Mütter und Kinder stets im Zentrum der Fürsorge standen. Die female choice als Basis dieser Kooperation kommt daher nicht der Frau allein zugute, sondern allen Menschen. Sie ist nicht nur ein Frauenrecht, sondern ein echtes Menschenrecht, und die Männer täten auch im eigenen Interesse gut daran, sie zu achten. Die Unterdrückung der female choice macht das Patriarchat und seine Folgen erst möglich. Die Erforschung des Patriarchats ist in diesem Sinne Ursachenforschung. Sie liefert die Antwort auf die Frage, warum ausgerechnet der Mensch, der für sich in Anspruch nehmen kann, eine besonders intelligente und soziale Tierart zu sein, Kriege führt, und sich mit psychischen Problemen, Zivilisationskrankheiten und Epidemien herumschlagen muss. Diese Probleme betreffen andere Arten auch nur dann, wenn der Mensch sie aus ihrem artgerechten Leben reißt. Auch keine andere Tierart neigt zu Überbevölkerung oder hat Umweltprobleme ausgelöst, die es in seiner Existenz bedrohen. Die Überbevölkerung ist die unmittelbarste Folge der Unterdrückung der female choice und erst in zweiter Linie mit einigem Abstand Folge der landwirtschaftlichen Überproduktion. Letztere war wiederum nur wegen der steigenden Bevölkerungszahlen möglich geworden. Sämtliche menschengemachte Probleme, mit denen die Weltgemeinschaft heute zu kämpfen hat, sind daher ursächlich mit der Unterdrückung der female choice bzw. dem Patriarchat in Verbindung zu bringen. Im folgenden Artikel erläutere ich diese Feststellung anhand der vielen Funktionen und unterschiedlichen Formen der female choice, unserem Menschenrecht, von dem nur Wenige wissen.

Ganzer Artikel zum Download (PDF).

Mein Kommentar zu einem Biologismus-Vorwurf in einem Blog:

Wie wollen wir einem Erdogan (Quelle) entgegentreten, der die Gleichberechtigung für unnatürlich hält? Oder den Maskulisten, die das auch behaupten?
Wenn wir ihnen mit nichts weiter als Gender und Feminismus entgegentreten, also ideologischen Konzepten, dann haben wir in Wahrheit NICHTS und nochmal NICHTS entgegenzusetzen! Dann steht Aussage gegen Aussage. Ideologie gegen Ideologie. Dann gibt es den Krieg, den wir jetzt haben.

Mir kommt es darauf an, das anthropologische Wissen zu verbreiten, dass GLEICHBERECHTIGUNG DURCH UND DURCH BIOLOGIE IST. Die female choice sorgt auf natürliche Weise dafür. Die Natur ist nicht biologistisch und sie benachteiligt weder Frauen noch Männer. Das Pfund mit dem wir also wuchern können, unser selbstbewusstes Frau- und Muttersein, verunglimpfen die Gendermainstreamer als biologistisch und machen sich damit genaugenommen Erdogan gleich.
Wenn Gleichberechtigung nur eine kulturelle Errungenschaft wäre, dann bestünde keinerlei Hoffnung, dass wir jemals weltweit zu ihr zurückfinden. Denn Kultur wird im Patriarchat immer über die Natur gestellt, und nur daraus bezieht das Patriarchat seine Energie. Es zieht seine Energie aus der Unterdrückung der female choice.

Die HEILIGE HOCHZEIT der babylonischen Zeit ist dafür DAS Symbol schlechthin. Es geht in diesem Ritual um die Aneignung sog. weiblicher Macht (vermeintlicher Macht, denn Patriarchen können nur in dieser Kategorie denken) mit dem Mittel der Unterdrückung der female choice, dies öffentlich im Staatsritual mit einer Vergewaltigung zur Schau gestellt. Das Ritual finden wir heute verweltlicht in der Prostitution, in den Kriegsvergewaltigungen, in sexuellem Missbrauch etc.. „Sperma Care“ ist in diesem Sinne nichts weiter als das Dafür-Sorge-Tragen, dass der Mann weiterhin die Oberhand behält.
In meinem Buch „Der Gott im 9. Monat“ http://www.amazon.de/dp/3738639012 habe ich beschrieben, dass es dem Patriarchen darum geht, sich die Natur der Frau einzuverleiben, um die Allmacht zu erringen, die Unsterblichkeit, die Macht über Leben und Tod. Das versucht er nicht nur mit Unterdrückung zu erreichen, sondern auch damit, dass er der Frau das Frau- und Muttersein madig macht. Was uns keine Freude mehr bereitet, kann der Patriarch ergreifen und seine Willkür darüber ausüben. Begreifen wir doch endlich wie KOSTBAR unsere Fähigkeiten sind, so kostbar, dass die Patriarchen in ihrem Gebärneid sie uns wegnehmen wollen! Und ziehen wir uns nicht selbst gegenseitig herunter in vorauseilendem Gehorsam gegenüber dem Patriarchat.
Erdogan will uns auf die Mutterrolle zurückwerfen, schreibt der SPIEGEL. Das ist Gender-Soziologen-Vokabular, aber Muttersein IST KEINE ROLLE. Diesem Irrtum sind doch auch Erdogan und seine patriarchalen Ahnen schon erlegen, nur drückt er es weniger intellektuell aus. Mütter spielen buchstäblich weder im Patriarchat noch sonst wo eine Rolle. Wir befinden uns aber sprichwörtlich im falschen Film. Das habe ich in meinem Text ausgeführt. „Rolle“ ist ein moderner Begriff für „Gefäß“, dieses Wort wurde einst dafür benutzt. Aber eine Mutter ist kein Gefäß, in das ein Embryo vom Mann hineingepflanzt wird, kein Gefäß, das nach der Geburt leer ist und weggeworfen werden kann…kein Anhängsel, das nach der Geburt das Kind dem Patriarchen schenkt, überlässt, aushändigt, ausliefert.
Ein Topf wird nach dem Kochen abgewaschen und in den Schrank gestellt, ein Topf wird BENUTZT, so wie ein Schauspieler eine Rolle „spielt“, weil es anderen gefällt.

MutterSEIN in der matrifokalen Sippe, also unter Wahrung der female choice, bedeutet in erster Linie Glück und Selbstbestimmung. Dieses Glück vererbt sich direkt und epigenetisch auf die Kinder. Matrifokalität bringt keine frustrierten jungen Männer hervor, die Bomben werfen, oder unglückliche Frauen, die sich prostituieren müssen. Keine Frau MUSS unter Matrifokalität Mutter werden, keine Lesbe, kein Schwuler wird diskriminiert, sondern sie werden aufgefangen und in der Sippe geliebt und gebraucht. Welcher Mann sich darum reißt, mit Kindern leben zu wollen, wird nicht als Väterrechtler per Gericht einer Mutter die Kinder wegnehmen können, sondern findet in der Sippe ausreichend Betätigungsfelder, die ihn keinen Cent kosten. Ebenso ist sexueller Frustration vorgebeugt, weil niemand ein Treuegelöbnis leisten muss. Treue findet in der Sippe statt, auf natürliche Weise, durch verwandtschaftliche Bindung, durch sich gegenseitiges Versorgen. Die Sexualität ist davon völlig getrennt und braucht keine Treue. Frauen und Kinder sind in der Sippe vor Übergriffen geschützt, weil keine Ideologie Tätern Rückhalt gibt, und weil die Sippenmitglieder füreinander Verantwortung empfinden.

Schon heute leben sog. alleinerziehende Mütter vor, dass es die natürlichste Sache der Welt ist, nicht von einem Mann abhängig zu sein. Sie erleben den Rückhalt ihrer Mütter und Schwestern, sind also gar nicht allein, und werden es nie wieder sein. Reich wird frau so vielleicht nicht, aber zufrieden. Wenn nur die nächste Generation es genauso macht, sind wir auf einem guten Weg.

Das Patriarchat kam aus der Steppe: Kurgan-These international bestätigt


Marija Gimbutas musste sich in der Vergangenheit für ihre sog. Kurgan-These immer wieder in einer unsachlichen, schändlichen Kampagne mit Schmutz bewerfen lassen, weil sie nachweisen konnte, dass die ersten Patriarchen, Reiterkrieger aus der südrussischen Steppe, das matrifokale Alte Europa mit Krieg überzogen und patriarchalisierten. Jetzt hat sie starke Rückendeckung aus der Genetik erhalten, womit die Kritiker eigentlich verstummen müssen.

Mit einer Großstudie unter Federführung von David Reich von der Harvard Medical School, und des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte (Jena), die an der DNA von knapp 100 Skeletten, die 3000 bis 8000 Jahre alt sind und aus unterschiedlichsten Kulturen stammen, vorgenommen wurde, bestätigt sich, dass die indoeuropäische Kultur aus der südrussischen Steppe stammt. Die Untersuchungsergebnisse veröffentliche jüngst das online-Magazin des SPEKTRUM DER WISSENSCHAFT. Äußerst erfreulich ist dabei, dass in dem Artikel, den Jan Osterkamp schrieb, die Worte „Kurgan“ und „hierarchisch-patriarchisch“ fallen. Zudem ist der Text mit Wikipedia (Stichwort „Kurgan-These“) verknüpft, wo Marija Gimbutas als Begründerin der These erwähnt ist.

http://www.spektrum.de/news/indoeuropaeisch-kommt-aus-der-steppe/1335235

Dagegen scheint es die NEW YORK TIMES nicht für nötig zu halten, sie auch nur zu erwähnen:

http://www.nytimes.com/2015/06/16/science/dna-deciphers-roots-of-modern-europeans.html?_r=1

Der Archäologe David Anthony, der in dem NYT-Artikel als Experte befragt wird, muss sich aus schlechtem Grund dazu äußern. Er hat sich in der Vergangenheit an der Schmutzkampagne gegen Marija Gimbutas immer wieder beteiligt. Dabei ist er es höchstpersönlich, der mit seinen Forschungsergebnissen nichts anderes tut, als immer wieder Gimbutas These zu bestätigen. Mit seiner These der mafiösen „Wolf-Gangs“, Horden junger Männer, die als Wölfe verkleidet raubschatzend durch die Gegend zogen, belegt er auch die Gewaltbereitschaft der Steppenbewohner. Die parasitäre und schizophrene „Wissenschaft“ des David Anthony erreicht mit der Leugnung der aggressiven Natur der Eroberung Europas durch die Leute aus der Steppe (hier die Jamnaya-Kultur) einen neuen Höhepunkt: „David W. Anthony, an archaeologist at Hartwick College and an author of the Harvard study, said it was likely that the expansion of Yamnaya into Europe was relatively peaceful. ‚It wasn’t Attila the Hun coming in and killing everybody.’“ (Zitat aus NYT)

Was David Anthony offenbar nicht wissen will, sind die Fakten, die die Patriarchatsforschung zusammengetragen hat: Das Patriarchat ist nicht die natürliche Lebensform von homo sapiens. Als Hirtennomaden waren die Steppenbewohner die ersten Menschen überhaupt, die in Patriarchaten lebten, denn das Vieh, ihre Hauptnahrungsquelle, gehörte den Männern, die die Frauen zwangen, mit ihnen zu ziehen. Das bedeutet nichts anderes, als dass sie auch die ersten Frauenunterdrücker waren. Wer immer ihnen auf der Suche nach Weideland im Wege stand, wurde regelrecht wegrasiert. Das betraf vor allem die Ackerbauern. Dies alles hält Anthony für „relativ friedlich“. Damit behauptet er indirekt auch, dass Gewaltbereitschaft dem Menschen angeboren sei. In Internet-Foren lesen wir, dass leider immer noch die Mehrheit der Menschen genau dies glaubt. Dass das Patriarchat die Ursache allen Übels ist, wird daher oft nicht wahrgenommen und geleugnet. Diese Verteidigung des Patriarchats dürfte die Folge des kollektiven Stockholm-Syndroms sein, dem die Menschheit verfallen ist.

Die Ackerbau-Kulturen des Alten Europa, die Marija Gimbutas beschrieb, lebten nicht in Patriarchaten, sondern matrifokal und friedlich. Entsprechend sind bis zum Ende dieser Kulturen keine kriegerische Handlungen nachweisbar, wie ich es in meinem Buch „Archäologie und Macht“ erläutert habe. Erst mit der Einführung der Rinderzucht kam Gewalt auf. Das bandkeramische Massaker von Talheim wurde wahrscheinlich von umherziehenden Rinderzüchtern angerichtet. Mit dem Untergang der Bandkeramik gingen auch die frühen patriarchalen Zellen wieder unter, sie löschten sich selbst aus. Der früheste Nachweis einer Kern-Familie, also Vater, Mutter, Kind, die patriarchale Lebensform, gelang in Eulau, wo Mitglieder einer Siedlung der Schnurkeramik gewaltsam ums Leben kamen. Die ersten stabilen Patriarchte kamen aus der Steppe, und sie überrollten das Alte Europa mit ihrer Masse und mit ihrem Panzer, dem Pferd. Mit dem Patriarchat kam auch die Überbevölkerung, die schon zum Auszug aus der Steppe geführt hatte. Die Überbevölkerung der Menschheit ist immerhin als Ursache aller menschgemachten Probleme allgemein anerkannt. Weniger bekannt ist, dass sie die Folge der Unterdrückung der female choice durch den patriarchalen Mann ist, der einen ausgeprägten Gebär- und Stillneid entwickelte. Bei der Beobachtung, dass der Stier oder der Hengst die Kuh oder die Stute „befruchtete“, was „mit Frucht versah“ bedeutet, verrannte er sich in dem folgenschweren Irrtum, dass die Frau nur das Gefäß seines Samens sei. Diese Haltung hielt mit den Indoeuropäern auch im ackerbäuerlichen Leben Einzug, wo die Ackerfurche mit dem weiblichen Geschlecht gleichgesetzt wurde und der Sämann der Herr über das Leben der Pflanzen wurde, wo ursprünglich die Frauen die Felder bestellten. Dabei ist der vermeintliche Samen des Menschen lediglich Pollen.

Die indoeuropäische, patriarchale Denkweise und Sprache stammt aus den Patriarchaten der Hirtennomaden. Dieses Faktum sollte nun endlich Einzug in die Wissenschaft halten. Da die Kirche, die den „Guten Hirten“ als ihren Gott hochhält, die Herrschende Lehre immer noch in Geiselhaft hält, müssen wir darauf wohl noch länger warten.