Kontrolle? Warum?

Wahrscheinlich ist alles richtig, was in den Büchern steht, was in der Zeitung steht usw.. Aber eben nur wahrscheinlich. Was eine Behauptung unwahrscheinlich macht, versuche ich herauszufinden, wenn sie mir paradox erscheint, wenn sich der Autor in Widersprüche verwickelt, wenn er/sie etwas verschweigt usw..

Nicht nur ich frage mich: Wer kontrolliert eigentlich die Kontrolleure? Diese Aufgabe hat in einer Demokratie die Presse. Aber es ist eine Illusion, zu glauben, dass sie ihre Aufgabe redlich erfüllt. Journalisten machen sich zu Handlangern von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, und sie schreiben, was die Verkaufszahlen höchstwahrscheinlich in die Höhe treibt. Das sind genau die Dinge, die die Leute lesen wollen und ihre Vorurteile und Dogmen bestätigt.
Oft ist schon die Frage falsch. Das liegt an den Voraussetzungen, eben den Dogmen und Vorurteilen; und davon gibt es im Patriarchat mehr als genug. Ja, sie sind die Grundlage eines reibungslos funktionierenden Patriarchats. Reibungslos bedeutet hier aber beileibe nicht friedlich. Krieg gehört zum Patriarchat dazu. Patriarchen wollen ungestört Kriege führen als sei dies eine lebenswichtige Notwendigkeit. Legitimiert wird das in den Manifesten des Patriarchats: früher waren das die sog. heiligen Schriften und heute sind es auch Literatur und Presse. Die neuen Generäle sind Wissenschaftler und Journalisten, ihre Krieger sind oftmals die Menschen in den Foren des Internet. In diesem Blog wird es keinen Krieg geben außer thematisiert und untersucht. Daher ist die Diskussionsfunktion abgeschaltet. Wer mir schreiben will, kann das Feedbackformular benutzen.

Das Bild oben zeigt den „Wilden Mann“, fotografiert an einer Hausecke in Ulm. In der Mythologie vieler Völker wird er als Chaostreiber und schädlicher Riese hingestellt. Dabei ist er nichts anderes als ein harmloser Wildbeuter, der altsteinzeitlich matrifokal lebt. Einem Patriarchen ist das Grund genug, um Angst vor ihm zu haben. „Seine“ Frau ist nicht dabei, weil der Wilde Mann keine hat. Bis in die frühe Jungsteinzeit gab es die Ehe nicht. Dennoch ist er nicht allein: Der Wilde Mann kennt seine Mutter, die Schwestern, Tanten und deren Kinder, die Freundinnen aus anderen Sippen sowie seine Jägergruppe, zu der seine Brüder, Neffen und Onkel der mütterlichen Linie gehören. Natürlich weiß er nicht, wer seine leiblichen Kinder sind. Aber das ist auch gut so, denn sonst gäbe es die Menschheit wahrscheinlich schon nicht mehr.

Der Mann ist von Natur aus kein Patriarch. Der Patriarch, der heute auch eine Frau sein kann, muss sich genau daran erinnern, wenn er überleben will. Wahrscheinlich braucht es dann auch keine Kontrolleure mehr.

Gabriele Uhlmann